Kirchspiel Aulowönen (Aulenbach) 

 

Beschreibung des Kirchspiels

 

Dr. Walter Grunert schreibt im Ostpreußenblatt 1953 einen Reisebericht, der in wunderbarer Weise die Sehenswürdigkeiten des Landkreises Insterburg dokumentiert sowie Land und Leute beschreibt. Nachfolgend ein Auszug, welcher die Höhepunkte des Kirchspiel Aulenbach erwähnt :

 

… „ laß uns leise hier fahren am Teufelsmoor vorbei. Bei einem Blick in die Schneisen überraschen wir vielleicht einen Hirsch oder einen Elch.

 

   "Ach, der Wald lichtet sich"

   "Ja, da ist Birken im Tal der Droje"

   "Das sieht wirklich freundlich aus, wie der Ort im Grünen die Anhöhe   

    emporklettert."

   "Die Kirche ist neu, seinerzeit von Saalau abgezweigt. Bedeutsam ist die

    gutgeleitete Molkerei."

   "Da pollern sie gerade mit den Kannen zur Kleinbahn hin."

   "Wir wollen ihr nach Osten zu folgen, um Reichsstraße 137 in Horstenau zu

    erreichen."

   "Meinetwegen. Es ist ja eine Pracht, die stattlichen Herden des schwarzweißen  

    Viehs zu sehen. Da treiben sie gerade welche auf eine andere Weide. Ein Tier

    ist wie das andere gezeichnet."

    "Links die Straße 137 führt von Georgenburg nach Kreuzingen, das früher 

    Skaisgirren hieß."

    "Und wir sollen da nach Norden weiter!"

    "Ja, da führt eine Linie an dem heilkräftigen Moorbad Waldfrieden vorbei, das

    recht bekannt ist. Wurden doch 1930 über 13.000 Heilbäder verabfolgt."

    "Ist es ein besonderer Torf, der für die Bäder benutzt wird? Das muß doch wohl

    der Fall sein, wenn bei den vielen Mooren in Ostpreußen nur dieses eine

    Heilbad sich entwickelt hat."

   "Sicher besitzt das Schuppinner Moor mehr Heilwirkung als andere

   Wiesenmoore durch seine günstige Zusammensetzung an Mineralien."

   "Schön, wenn mich das Rheuma plagt, dann werde ich mich auch mal hier

   erholen."

   "Dabei fährst Du sicherlich gut! Doch die Zeit eilt, wir wollen nach Aulowönen - 

    Aulenbach heißt es jetzt - wo der Teufel wohnt."

   "Der Teufel?"

   "Ja, der Teufel, wenn er auch keine Seelen brennt, sondern Ziegel und 

   Dachpfannen oder die für den schweren Boden so nötige Dränagerohre.

   (Ziegelei Teufel)."

   "Das streckt sich ziehmlich lang, Dein Aulenbach und hat ganz hübsche Hüser. "

   "Hier hat sich ein kleines Wirtschaftszentrum für die umliegenden stadtfernen  

   Dörfer entwickelt mit vielklassiger Schule, mehrerem Ärzten, Apotheke, großer

   Meierei, Mahlmühle und der eben genannten Ziegelei. Die Autowerkstätten nicht

   zu vergessen!"

   "Jetzt in den Krug (Rautenberg)! Macht einen sauberen Eindruck. Hier wollen wir

   absprechen.""

   "Beim guten Tropfen kam man ins Erzählen. In dieser abgelegenen Gegend

   halten sich Sagen und Geschichten von besonderen Vorkommnissen lange. Gut,

   daß die Straße nah Grünheide wenig belebt war, und die böse Kreuzung bei 

   Lindenhöhe sich frei zeigte!"

   "Nun lassen wir eine Ecke des Kreises liegen, wo gute Pferdezüchter wohnen.

   Hengstenberg und Roßberg deuten Dir das schon an,"

   "Allerlei Hügel sind hier über das Land verstreut."

   "Wir sind auf dem Moränenzug, der parallel der Inster bis Ober-Eisseln an der

   Memel ausläuft."

   "Wie sind die Gehöfte hier verstreut."

   "Schatullsiedlung."

   "Was heißt das?"

   "Sie entstanden im 17. Jahrhundert aus urbar gemachtem Wald gegen einen

   Zins in die landesherrliche Schatulle. Die Forstämter stellten die

   Verschreibungen aus und die Bauern waren erbfrei."

   "So wohnt jeder inmitten seiner Felder. Aber das gibt ja ein ganz wildes

   Wegenetz!"

   "Nun paß Du lieber auf Deinen Weg auf. Jetzt kommt die Großbahn nach Tilsit!  

   Wir sind in Grünheide. Den hohen Kirchturm habe ich schon lange gesehen. [1]

 

[1] aus :'' Rundreise durch den Lankreis Insterburg : '''Dr. Walter Grunert''', Das Ostpreußenblatt, Jahrgang 4 / Folge 22 vom 5. August 1953, Seite 11/12 [http://archiv.preussische-allgemeine.de/1953/1953_08_05_22.pdf]

 

 

Entwicklung der Ortsnamen

 

Im Kirchspiel Aulowönen (Aulenbach Ostp.) gab es 53 alte gültige Ortsnamen, davon gingen durch Umbenennung und Eingemeindung 37 Ortsnamen unter: 

 

  • 1918 und früher:  2
  • in 1928:   5
  • in 1929:   4
  • in 1938: 24
  • in 1939:   2

 

Im April 1939 gab es somit nur noch 36 Ortsnamen - 25 als Gemeindenamen und 11 für Ortsteile dieser Gemeinden.

 

Liste  aller Orte, Gemeinden und Gutsbezirke des Kirchspiels Aulowönen (Aulenbach Ostp.), sowohl ehemaligen und aktuelle Namen:

 

 

Verzeichnis aller Ortsnamen

 

Achmincken, Ackmenienlauken, Ackmenischken, Alt Eichhorn, Alt Lappönen, Alt Lappöhnen, Angine, Aulenbach, Auloweinen, Aulowöhnen, Aulowönen, Auluwöhnen, Auschkinnen, Bambulen (Alt Lappönen), Berlacken, Bernhardseck, Berszienen, Bersziubchen, Birkenhausen, Birkenhof, Buchhof (Rittergut), Budszetszen, Budwethen, Budwethschen, Budwetschen, Carnetken, Eichhorn, Ernstwalde, Forst Grauden, Forst Papuschienen, Gaiden, Gayden, Gerlauken, Grammelischken, Groß Aulowönen, Groß Kriplauken, Groß Warkau, Gründann, Hengstenberg, Jemgstenberg (Gut), Jennen, Jodbamjen, Juckeln, Jukallen, Kallwischken, Kembsen, Kemsen, Keppurlauken, Kermen, Kermuszienen, Kermuschienen (Ostp.), Kiauneitschen, Kiaunischken, Kiewinnen, Klein Aulowönen, Klein Kalkeningken, Klein Popelken, Klein Schunkern, Klein Warkau, Klingen, Laukogallen, Lieszlaiken, Lindenberg, Lindenberg (Forsthaus), Lindenhausen, Lindicken, Lindigken, Linskeiten, Milchfelde, Milszlauken, Milschlauken, Miltzlauken, Mittel Warkau, Moorbad Waldfrieden, Mureninken, Naggen, Neu Eichhorn, Neu Lappönen, Neu Warkau, Ossafurt, Padau, Paducken, Paleidszen, Papuszien, Papuszienen, Papuschienen, Paulaitschen, Pavoschinen, Pawarn, Plicken,  Popelken,  Popellen, Rauben, Rinkohnen, Roßberg, Rudlauken, Schäferey, Schattenau, Schemlauken, Schimlauken, Schiwinnen, Schraben, Schruben, Schuicken, Schunkarehlen, Schuppinnen, Skardupönen, Sommerfeld, Staggen, Steinacker, Stierhof, Streudorf, Streuhof,  Suckeln, Swainen, Swainuchen, Szemlauken, Szindszen, Tabacken, Tannenfelde, Tarputschen, Tobacken, Tutten, Tuttulen, Uszinpöhnen, Usziupöhnen, Uszupönen, Uszupöhnen, Uschupönen, Waldfrieden,  Warglauken, Warkau (Rittergut), Warkoy, Warserutschen, Wasserkehm, Wasserlacken, Wasserlaugken, Wasserlauken, Wasseruppen, Waydlauken, Weiden, Weidlauken, Wenskeiten, Wilkental, Willschicken, Wilpischen, Wirschlauken
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